Eigentum.Arbeit.Kapital:Schaden!

Der folgende Text ist eine grundsätzliche Kritik am Kapitalismus und seinen ideologischen Rechtfertigungen. Schritt für Schritt wird erklärt, warum der Schaden hier garantiert ist. Es werden Argumente gegen diese Gesellschaft genannt, und die Antworten kritisiert, die man auf diese Argumente zu hören kriegt.

Das Eigentum
In bürgerlichen Gesellschaften gilt das Eigentum. Diese Garantie des bürgerlichen Staats bedeutet, dass ausschließlich der Wille des Eigentümers bezüglich seines Eigentums gilt. Niemand sonst hat ein Verfügungsrecht über das Eigentum. Der Eigentümer darf als einziger über sein Eigentum verfügen. Das bedeutet auch, dass jeder Eigentümer vom sonstigen Reichtum in der Gesellschaft ausgeschlossen ist. Denn immerhin ist auch dieser Eigentum, nämlich von anderen.
Nun kommt es häufig vor, dass Leute ein Loblied auf das Eigentum singen, weil sie ja über das, was ihnen gehört frei verfügen dürfen; toll. Die Seite des Ausschlusses wird dabei durchgestrichen. Dabei ist es doch der Umstand, dass man von all den nützlichen Sachen ausgeschlossen ist, der einen glücklich zur Kenntnis nehmen lässt, dass es mal nicht so ist. Wenn man die Härte, dass man von all den nützlichen Sachen ausgeschlossen ist, gewohnt ist, dann fällt es einem positiv auf, wenn es mal nicht so ist. In dieser Gesellschaft fallen Nutzen und Eigentum zusammen, denn auf die Sache hat man nur Zugriff, wenn sie einem gehört – aber das ist doch scheiße, und kein Grund das Eigentum zu loben.

Der Tausch
Wenn Eigentümer Dinge haben wollen, über die sie nicht verfügen, dann müssen sie tauschen. Im Tausch geben zwei Eigentümer etwas von ihrem Eigentum her, um etwas vom Eigentum des anderen zu bekommen. In diesem Verhältnis wollen sich die Eigentümer den Mangel des anderen nutzbar machen, um ihr Interesse zu verfolgen. Und zwar insofern, dass sie ihm etwas von seinem Eigentum abzwacken – im Tausch gegen etwas von ihrem. Ihren Vorteil finden sie dabei im Schaden des anderen. Denn vom Standpunkt des Eigentums wollen beide Parteien möglichst wenig hergeben und möglichst viel bekommen. Dieser Interessengegensatz liegt im Tausch selbst. Dieser ist ganz prinzipiell, wenn getauscht wird, ist er in der Welt. Wohingegen zwei Leute von denen einer laute Musik hören will und einer schlafen, einen konkreten Interessengegensatz haben, mit einer konkreten Lösung: Räumliche Trennung.
Der Interessengegensatz von zwei Tauschenden kann nicht gelöst werden, er kann zu einem Ergebnis kommen, aber bleibt bestehen.

Das ist übrigens auch schon die Erklärung dafür, warum Leute rauben. Wenn jemand raubt, dann versucht er mit Gewalt die Eigentumsschranke zu überwinden. Ein Umgang mit dem Ausschluss vom gesellschaftlichen Reichtum.
Viele Leute erklären sich das anders. Wenn Leute aufeinander losgehen, und das nicht, um sich die Hand zu reichen, sondern um sich den Schädel einzuschlagen, dann meinen sie, es äußere sich eine innere Kraft: die Gier, das Böse, die Triebe etc.
Dieser Erklärung ist erst mal vorzuhalten, dass sie eine Tautologie ist: Ein Inhalt soll erklärt werden, indem er die Form wechselt und sich selbst als Grund gegenübertritt. Etwas wird durch sich selbst erklärt.
Hier: Menschen üben Gewalt aus. Dann sind sie wohl so. Dann ist das ihr Wesen. In ihnen schlummert die Gewaltkraft, die sich da äußert.
Das ist unschlüssig, weil es kein Schluss ist.
Außerdem ist dem entgegenzusetzen, dass man mit Eigentum und Tausch den Grund genannt hat. Wenn das Miteinander als Gegeneinander organisiert ist, braucht man sich über Konflikte nicht zu wundern.
Der Tausch findet in dieser Gesellschaft über das Geld statt. Man muss also an welches kommen, um die Sachen, die man braucht, kaufen zu können. Geld ist die Zugriffsmacht auf den gesellschaftlichen Reichtum.

Die Lohnarbeit
Die große Mehrheit der Gesellschaft besteht aus Leuten, die nichts ihr eigen nennen, außer sich selbst. Ihr einziges nennenswertes „Eigentum“ besteht in ihrer Freiheit als Person. Ihr Wille ist nur bezüglich einer Sache exklusiv, sich selbst. Sie dürfen über sich als Person frei verfügen.
Nun ist es nicht dieses Verfügungsrecht was sie verkaufen, sondern ihre Arbeitskraft.
Das ist gleich eine mehrfache Härte.Sie hängen an ihrer Arbeitskraft ja physisch dran. Wenn sie benutzt wird, dann werden sie benutzt – Verschleiß mit inbegriffen, Ersatzteile meist nicht verfügbar.
Weil sie eigentumslos sind, verfügen sie gar nicht über die Mittel, mit ihrer Arbeitskraft selbst etwas anzufangen. Für sie taugt ihre Arbeitskraft erst mal gar nichts.
Damit ihre Arbeitskraft ihnen zum „Mittel“ an Eigentum zu kommen, gerät, muss es jemand anderem als Mittel taugen. Ihr Fortkommen hängt von einem ihnen äußerlichen Interesse ab, auf das sie innerhalb des kapitalistischen Systems alternativlos angewiesen sind.
Dieser Teil der Bevölkerung ist das Proletariat, juristisch frei zu tun und zu lassen, was sie wollen, und frei von den Mitteln zur Produktion.

Auch das sehen die meisten Leute anders. Sie glauben, jeder sei seines Glückes Schmied: Erfolg sei Einstellungssache. Wenn man nur ganz doll wolle, dann klappt schon alles.
Dass der Wille allemal gebraucht wird, wenn auch nur irgendwas klappen soll, ja das stimmt wohl. Wenn ich etwas nicht will, dann tue ich es nicht, und das ([nicht-]gewollte) Resultat tritt nicht ein. Man merkt, das ist so profan, das ist bescheuert. Es geht auch um den falschen Umkehrschluss. Wenn ich ökonomischen Erfolg will, dann klappt es auch. Hierbei wird durchgestrichen, dass der ökonomische Erfolg eines Lohnarbeiters von einem ihm äußerlichen Interesse abhängt. Wenn ein Unternehmen den Standort wechselt, und künftig am anderen Ende der Welt produziert, dann können die Lohnarbeiter noch so sehr wollen – mit der Lohnzahlung ist es aus.
Außerdem stehen die Lohnarbeiter in ihrem Versuch sich für ein fremdes Interesse möglichst brauchbar zu machen auch noch in Konkurrenz zu einander. Wenn sich alle ganz doll anstrengen, das Kapital aber mal wieder weniger Arbeitskräfte braucht, als sich welche zur Verfügung stellen, dann bleiben notwendig Leute arbeitslos. Die Lohnarbeiter konkurrieren gegeneinander um die Arbeitsplätze, was Verlierer notwendig einschließt; auch wenn sich alle ganz doll anstrengen. Oder wie die Mediengruppe Telekommander es formulierte:“Einer muss in Führung gehen!

Außerdem ist mit dem Lohn schon klar, dass ihre Bedürfnisbefriedigung gar nicht der Zweck ist. Mit dem Lohn wird das Eigentum, das man bekommt, daran gekoppelt wie viel man sich plagt, nicht wie viel man braucht. Je mehr du arbeitest, desto mehr verdienst du, weshalb diese Gesellschaft es doch tatsächlich schafft das Leute sich kaputtarbeiten wollen – weil sie es müssen.

Dieser Umstand, dass der Lohn an die Leistung gekoppelt ist, führt zu einem verbreiteten Trugschluss. Leute glauben ihre Arbeit würde bezahlt. Eigentlich ist mit dem Lohn aber klar, dass die Arbeit nicht bezahlt wird. Lohnarbeit wird verrichtet, um das Eigentum von jemand anderem zu vermehren. Diesem Zweck wird sie nur gerecht, wenn die Lohnhöhe geringer ist, als der Wert den die Lohnarbeit schafft. Wenn das nicht so ist, dann findet sie gar nicht statt, weil derjenige der sie stattfinden lässt, an einer Lohnarbeit, die ihn nicht reicher macht gar kein Interesse hat. Lohnarbeit ist notwendig ökonomische Ausbeutung.

Auf dem ersten Fehler aufbauend, machen viele Leute einen zweiten. Weil man glaubt die Arbeit würde bezahlt, guckt man, ob Lohn und Mühe in einem „angemessenen Verhältnis“ zueinander stehen. Es wird gefragt:“Verdient der, was er verdient?“
Wo soll denn diese objektive Grenze sein? Wann verdient denn einer was er verdient? Und andersrum: Wann eigentlich nicht mehr? Sind 5,20€/h schon ok? Sind 300€/h noch ok?
In Wirklichkeit spielt Moral hier gar keine Rolle. Der Lohn ist halt das, was man sich erstritten hat. Das Ergebnis eines Interessengegensatzes. Die eine Seite will ihn hoch, die andere runter. Wo der dann liegt, hängt davon ab, wer sich wie durchsetzen kann.


Das Kapital

Im Beispiel eben wurde es schon angedeutet. Abhängig sind die Lohnarbeiter von einem ganz bestimmten Interesse; dem des Kapitals.
Denn komplementär zu den Lohnarbeitern, die eigentlich nichts haben, gibt es auch Leute, die ganz schön viel haben: Kapitalisten.
Die haben nicht nur einfach viel, sondern genug, um ihr Eigentum zu verwenden. Sie kaufen Arbeitskraft und Produktionsmittel ein, um Produkte herstellen zu lassen, bei deren Verkauf sie auf mehr Einnahmen spekulieren, als sie vorher investiert haben.
Sie treten mit dem Zweck an aus Geld mehr Geld zu machen.
Bei der Verfolgung dieses Zwecks stehen sie für gewöhnlich nicht alleine da. Viele Unternehmen stehen zueinander in Konkurrenz um Marktanteile. Sie versuchen alle Profit zu machen, und wo der eine Profit macht, tut es der andere nicht.

In dieser Konkurrenz haben sie verschiedene Mittel (Produktivkraftsteigerung, Werbung, Produktentwicklung etc.), welche gemeinsam haben, dass sie Geld kosten. Als Zugriffsmacht auf den gesellschaftlichen Reichtum, ist Geld auch Zugriffsmacht auf die Konkurrenzmittel der Einzelkapitale.
Die Größe des Kapitals, die verfügbare Geldsumme, bestimmt also über den Umfang der verfügbaren Konkurrenzmittel, ist also das Konkurrenzmittel. Deswegen gibt es gar kein Genug beim Profit. Solange man Konkurrenz hat, kann man nicht genug Konkurrenzmittel haben.
Der Grund für die Maßlosigkeit des Profits liegt also im Kapital. Wie sich die Leute, die es verwalten, dazu stellen ist irrelevant, weil es in der Sache liegt, die sie verwalten, nicht in ihnen.

Auch das sehen wiederum viele Leute anders. Oft trifft man auf den Gedanken, an der Höhe der Profite sei die Gier der Kapitalisten schuld.
Erstens ist das wieder eine Tautologie, weil der Wille Profit zu machen, dadurch erklärt wird, dass in einem eben so eine Geld-Wollen-Kraft schlummert. Zweitens ist die Konkurrenz ein objektiver Grund unendlich Profit machen zu wollen; egal ob das mit gutem oder schlechtem Gewissen geschieht.

Wenn der Zweck Profit ist…
…dann sind ihm alle Momente der Produktion untergeordnet. Alles wird dahingehend optimiert, dass es wenig kostet, und viel einbringt.

…dann ist die Lohnarbeit nur Mittel zum Zweck. Sie ist notwendige Investition und zu vermeidender Kostenfaktor. Für das Geld, das für den Lohn gezahlt wird, soll möglichst viel Arbeit getan werden. Die möglichst intensive Nutzung der Arbeitskraft ist gewollt; der Schaden garantiert.
So ist der ökonomische Erfolg eines Lohnarbeiters nicht nur von einem fremden Interesse abhängig, sondern auch noch von einem, das ihm feindlich gegenüber steht.

…dann ist das Bedürfnis nur als zahlungsfähiges relevant für die Produktion. Hunger entsteht nicht, weil es zu wenig Essen auf der Welt gibt, sondern weil die Produkte nur zu denen kommen, die dafür zahlen können.

…dann ist der Gebrauchswert nur Mittel um dem zahlungsfähigen Bedürfnis diese Zahlungsfähigkeit abzuzwacken. Gammelfleisch, unsichere Autos und Biokartoffeln sind Gebrauchswerte die auf ganz bestimmte Zahlungsfähigkeiten angepasst sind. Dass dabei auch mal Schrott unter die Leute kommt, ist vom Standpunkt des Profits egal.

…dann taucht die Natur nur als Mittel dazu auf. Ihr Veränderung wird lediglich unter dem Gesichtspunkt des Profits betrachtet; inwiefern ihre Veränderung eine Gefährdung für das Leben der Tiere und Pflanzen, eine Gefährdung für das Leben der Menschen, oder eine ästhetische Zumutung ist, ist irrelevant.


Übrigens

Demnächst werden die Gruppen gegen Kapital und Nation eine Broschüre zum Thema Kapitalismuskritik herausbringen.
Und in Hamburg und Bremen wird es im April 2013 Veranstaltungen zur Einführung in die Kapitalismuskritik geben.


2 Antworten auf „Eigentum.Arbeit.Kapital:Schaden!“


  1. 1 Gulliver 03. April 2013 um 18:34 Uhr

    Im Tausch geben zwei Eigentümer etwas von ihrem Eigentum her, um etwas vom Eigentum des anderen zu bekommen.

    Etwas genauer kann man das schon sagen. Jeder der Tauschenden hat einen Tauschwert, den er gegen einen Gebrauchswert tauschen will. (Der Gebrauchswert des einen ist jeweils der Tauschwert des andern.)
    Zwischen den Tauschenden besteht auch kein „Interessengegensatz“, sondern durchaus Übereinstimmung der Interessen.
    (Wir sind hier noch nicht bei der Lohnarbeit.)

    Ihren Vorteil finden sie dabei im Schaden des anderen.

    So ist es gerade nicht. Im Gegenteil:
    Es werden immer Äquivalente getauscht. Die Tauschenden finden ihren Vorteil gerade nicht im Schaden des andern. (Gerade darin unterscheidet sich ja der Tausch von Raub, Diebstahl etc.) Dass dabei jeder seinen eigenen Vorteil im Auge hat, versteht sich von selbst --- es garantiert die Äquivalenz.
    Der Fleiß der andern

  2. 2 iCritics 03. Mai 2013 um 0:38 Uhr

    Hallo Gulliver,
    erst mal finden wir es schön, dass du dich für unseren Text interessierst. Dein Kommentar blieb so lange in der Warteschleife, weil bei uns gerade einiges drunter und drüber geht. Damit du aber endlich mal eine Antwort bekommst, begnügen wir uns mit zwei Zitaten, von denen wir meinen, dass sie eine gute Antwort auf deine Einwände sind.

    Hegel war klar, welchen praktizierten Widerspruch jene gemeinsame Willensbekundung darstellt, die sich im Vertrag dokumentiert. Der gemeinsame Wille besteht in dem abstrakten Inhalt, die Mittel wechselseitig als Eigentum fungieren zu lassen. Gerade in dieser Abhängigkeit voneinander schließt der gemeinsame Wille den Gegensatz der besonderen Willen ein. Jede Seite weiß das und anerkennt es. Verträge bedürfen darum einer von den Vertragsparteien getrennten dritten Instanz, die über die Einhaltung des Vertrages wacht: Gewalt des Rechts. Jede Seite des Vertrags ist auf die Vertragserfüllung der anderen Seite angewiesen – und bringt sich (dies ist die Leistung des Vertrags!) gerade mit der eigenen Vertragserfüllung in Gegensatz zum eigenen Interesse – schließlich verpflichtet er sich zur Weggabe seines Eigentums. Der gemeinsame Willensinhalt wird von den Vertragsparteien berechnend gewollt. Was jede Seite will, ist die Vertragserfüllung der anderen Seite, nicht die eigene.

    Der Widerspruch am Vertrag – der gemeinsame Wille der Vertragsparteien kommt auf der Grundlage ihrer gegensätzlichen besonderen Willen zustande – macht sich im Unrecht, dem Vertragsbruch, geltend:

    „Es ist, weil sie unmittelbare Personen sind, zufällig, ob ihr besonderer Wille mit dem an sich seienden Willen übereinstimmend sei, der durch jenen allein seine Existenz hat. Als besonderer für sich vom allgemeinen verschieden, tritt er in Willkür und Zufälligkeit der Einsicht und des Wollens gegen das auf, was an sich Recht ist, das Unrecht.“ (§ 81)

    „Zufällig“ heißt hier, dass keine Seite einen Grund hat, die durch die Eigentumsmittel aufgenötigte, im Gegensatz zum besonderen Willen stehende und deshalb berechnend gewollte Gemeinsamkeit des Vertrags gelten zu lassen. So muss es einerseits eine Gemeinsamkeit der Willen („an sich seiender Wille“) geben, wenn gegeneinander gerichtete Interessen sich über ihren Gegensatz einigen wollen. Andererseits kann es diese Gemeinsamkeit der Willen wegen des Gegeneinanders der Interessen nicht geben. Der Vertrag macht also das Unrecht notwendig. Aus dieser Hegelschen Einsicht, dass Recht und Unrecht keine Gegensätze sind, sondern notwendig zusammengehören, ist ein weiteres Mal der Schluss fällig, dass das Willensverhältnis Eigentum und das dazugehörige Rechtsverhältnis kein freiwilliges sein kann.

    ….

    c) Von wg. gemeinsamer Nutzen des Vertrags

    Auch die Vorstellung, der Vertrag wäre ein ausgezeichnetes Instrument dafür, einen wechselseitigen oder gemeinsamen Nutzen auszudrücken oder herzustellen, muss sich von Hegel eines Besseren belehren lassen.

    „Das Eigentum, von dem die Seite des Daseins oder der Äußerlichkeit nicht mehr nur eine Sache ist, sondern das Moment eines (und hiermit anderen) Willens in sich enthält, kommt durch den Vertrag zustande – als den Prozess, in welchem der Widerspruch, dass Ich für mich seiender, den anderen Willen ausschließender Eigentümer insofern bin und bleibe, als Ich in einem mit dem anderen identischen Willen aufhöre, Eigentümer zu sein, sich darstellt und vermittelt.“ (§ 72)

    Der Vertrag ist ein Mittel dafür, dass der Widerspruch deshalb Eigentums erhalten bleibt, wenn ein anderer mir nützlich ist. Das heißt, der Vertrag geht von der Gleichung, Interesse ist gleich Interessengegensatz, aus. Gerade weil in der Erfüllung des Nutzens des anderen mein Nutzen nicht eingeschlossen ist, schreibt der Vertrag die Erfüllung meiner Bedürfnisse dem anderen Willen als Bedingung bzw. Schranke vor, ohne die er seinen Nutzen nicht erreichen darf.

    Da der Nutzen des einen dem Nutzen des anderen fremd ist und eine Beschränkung darstellt, ist der Vertragsbruch keine Zufälligkeit. Von daher ist es kein Wunder, dass Verträge der Beaufsichtigung durch eine den Kontrahenten übergeordnete Gewalt bedürfen.

    zitiert nach MG Kommentar zur hegelschen Rechtsphilosophie

    Wie du also siehst, sind die Bestimmungen des Tausches, dass die Tauschobjekte äquivalent und die Tauschsubjekte mit gegensätzlichem Interesse unterwegs sind, kein Widerspruch.
    In der Hoffnung, dass dir das was taugt, Gruppe gegen Kapital und Nation Hamburg

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