Archiv für Oktober 2012

Bild: Freudsche Versprecher und andere Blödheiten zu Mali

Die Bildzeitung, reaktionäre Speerspitze des deutschen Journalismus, macht zur Abwechslung Kriegspropaganda. Das seit rund zwanzig Jahren wieder heile Deutschland soll erneut siegen. Zumindest darin sind sich Bild, Westerwelle, und de Maiziere einig. Allerdings haben zumindest letztere durchaus unterschiedliche Ansätze.

Außenminister Guido Westerwelle bekräftigte (FDP) jedoch, dass die Bundeswehr allenfalls zu Ausbildungszwecken in das westafrikanische Land geschickt werden solle.

Doch Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) siegt das anders: Er könne nicht ausschließen, dass deutsche Soldaten dort ihre Waffen einsetzen müssten. „Wenn das nicht auszuschließen ist, ist es eben mandatspflichtig.”

Quelle: Bild

Doch dieser freudsche Versprecher ist nicht die einzige Blödheit mit der der Artikel aufwarten kann. Einleitend werden wir über die schrecklichen Zustände in Mali aufgeklärt: Zerstörung irgendwelcher Kulturmonumente, Steinigungen, Amputationen, kurzum islamistische Barbarei. Und dann im nächsten Satz: „Und jetzt wird über einen Bundeswehr-Einsatz in Mali diskutiert.“
Ganz so, als seien die geschilderten Umstände der Grund für diese Diskussion. Man fragt sich, wo ist die Bundeswehr, wenn in Kolumbien, Peru oder Indien Bauern gemetzelt werden die mit den Kommunisten sympathisieren oder einfach nicht wegziehen wollen, um dem Kapital Platz zu machen? Wo ist die Bundeswehr im restlichen Afrika, wo überall irgendwer irgendwen massakriert?
Sie ist nicht da. Nun ist es aber nicht die Sache der marxistischen Kritik, einen Vorwurf draus zu machen, Deutschland an einem Ideal zu blamieren. Nein. Im Gegenteil. Man sollte das als Hinweis dafür nehmen, dass leidende Massen oder sonstwelche Sachen, die von moralischem Interesse sein mögen, nicht der Grund staatlichen Einschreitens sind.

Eine Kurskorrektur
Im Nachhinein wird die anfängliche Kriegsenthaltung im Falle Libyens von Berlin als Fehler gewertet: Man habe, heißt es, gegen das Bündnis von Paris, Washington und London letztlich den Kürzeren gezogen. Da sich für eine Intervention in Nord-Mali erneut ein Bündnis der drei NATO-Mächte abzeichnet, schwenkt Berlin diesmal ein; deutsch-französische Machtkämpfe sind deshalb wohl erst für die konkrete Ausgestaltung des Mali-Einsatzes zu erwarten. In der deutschen Presse heißt es entsprechend vorab, der französische Staatspräsident François Hollande solle nun endlich „der ‚Francafrique‘ wirklich entsagen“.

Quelle: german-foreign-policy.com

Wie hier bei german-foreign-policy schon angedeutet wird, will Deutschland, Hauptmacht des imperialistischen Blocks EU, nicht schon wieder zulassen das Weltordnungspolitik ohne es gemacht wird. Seine wirtschaftliche Dominanz innerhalb des Euroraums, soll um die militärische außerhalb des Euroraums ergänzt werden. Wenn die EU-Partner schon mit Amerika in den Krieg ziehen, dann doch wenigstens nicht ohne deutsche Einflussnahme.

Zur Vertiefung empfohlen: Der Imperialismus

Kapitallesekreis Band 1

An der Uni wird es einen, zwar nicht von uns organisierten, aber dennoch guten, Kapitallesekreis geben.

Karl Marx – Das Kapital Band 1
14-tägig, Beginn: Donnerstag, 15. November 2012, 18 Uhr
Universität Hamburg, Allende-Platz 1, Soziologisches Institut (Pferdestall), R 138

Hier die Veranstalter

Hier eine gute Vorbereitung(Audiodatei)

Mythos Kronstadt

22.11.12 19.00 Uhr
20357 Hamburg Sternstr. 2
Im Centro Sociale Saal

Die Ereignisse in Kronstadt 1921 spielen bis heute eine außerordentlich
große Rolle im Geschichtsbewusstsein der Linken. Fast jede Diskussion
zwischen Anarchisten und Marxisten reißt den Aufstand an. Kronstadt
gehört außerdem zu den wichtigsten Gründungsmythen der Rätekommunisten,
trägt wie kaum eine andere gewaltsame Maßnahme zur negativen Bewertung
von Figuren wie Lenin und Trotzki durch die linke Öffentlichkeit bei und
wird immer wieder als Beispiel für den Unterschied zwischen einer
„Revolution von unten“ und einer „Revolution von oben“ herbeizitiert.

Auf unserer Veranstaltung wird es ein längeres Referat zur historischen
Situation geben, und eine Analyse wie es zu Kronstadt kam, wird
angerissen. Danach soll sich intensiv mit den Forderungen des
Kronstädter Aufstandes beschäftigt werden.




Hostgator promotional code Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de